Klassenklima und Unterrichtsstörungen in 7 Schritten meistern – Garantiert. (Teil 7 – Deine Ausdauer & Lösungen für Extremfälle)

Lesezeit: 5-10min.+

Liebe Lehrerinnen und Lehrer 🙂

Der letzte von 7 Schritten

Dies ist der letzte von sieben Teilen zum Thema Unterrichtsstörungen und darüber, wie man ein positives Klassenklima erreicht, damit du als Lehrperson sowie deine SchülerInnen einen Schulalltag erleben, der zum lernen animiert und nicht demotiviert.

All die hier vorgestellten Schritte sind nur einige von vielen Optionen, wie ein funktionierendes Unterrichtsklima erreicht werden kann. Sie sind lediglich eine Zusammenstellung von Faktoren, wie ich sie persönlich in meinen ersten Jahren als Lehrperson erfahren habe und in dieser Kombination gut funktionieren können.

Ob die Schritte dieser Serie genau für dich und in dieser Form geeignet sind, musst du selber herausfinden, in dem du immer wieder probierst und experimentierst.

Dabei ist es sehr wichtig, dass du dir selber erlaubst Fehler zu machen, vor allem als Berufseinsteiger. Fehler sind völlig normal und sogar ein essentieller Teil, damit wir uns als Menschen weiterentwickeln können.

Wenn also etwas in die Hose geht, zerbrich dir nicht den Kopf, sondern versuche Fehler immer als Chance zu sehen, selber im Beruf voranzukommen.

Plane jeweils eine Strategie, wie du eine Situation bei der nächsten Gelegenheit besser gestalten kannst und setze deine Lösung möglichst bald um, um zu sehen, was klappt und was nicht. Jede und jeder kann es schaffen!

Zwei Lösungswege: Deine Ausdauer ODER Lösungen für „Extremfälle“

Dieser Blogartikel ist für die Situation gedacht, wenn man als Lehrperson schon einiges probiert hat für ein gutes Klassenklima umzusetzen und trotz vieler Versuche die Situation mit einer ganzen Klasse oder einzelnen SchülerInnen sich trotzdem nicht genug verbessert.

In dieser Situation schlage ich zwei Lösungswege vor, welche beide in Betracht gezogen werden sollten, bevor man sich entscheidet.

Im ersten Teil geht es darum zu überprüfen, ob du die ersten sechs vorgestellten Schritte schon wirklich ausdauernd und regelmässig umsetzt oder nicht.

Die einzelnen Teile werden nun nochmals kurz mit Kontrollfragen aufgegriffen, damit du als Leserin oder Leser dich selber fragen kannst, ob du einzelne Bereiche schon wirklich genug auslebst in deinem Lehrberuf, oder ob du noch daran arbeiten und üben musst.

Im Zweiten Teil geht es um äusserst schwierige Unterrichtssituationen, in denen du entweder du entweder darüber nachdenken musst, ob du für deinen Unterricht externe Hilfe von weiteren Fachleuten brauchst, was sehr hilfreich sein kann und später aufgelistet wird.

Du fühlst dich schon seit längerer Zeit wie in einer Sackgasse und weisst nicht, was du tun sollst. Hier möchte ich auf verschiedene Möglichkeiten eingehen, wie du die Schwierigkeiten nicht mehr alleine angehst, sondern anfängst mit anderen Personen vom Fach ins Gespräch zu kommen, die dir helfen können.

 


Deine eigene Ausdauer / Beständigkeit

Mit Ausdauer oder Beständigkeit ist gemeint, sich langfristig an das zu halten, was man sich vorgenommen hat.

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und wenn wir mit vielen Aufgaben auf einmal konfrontiert sind, wie es im Lehrerberuf absolut normal ist, tendieren wir schnell dazu, unsere Ziele aus den Augen zu verlieren, weil wir gewohnt sind, uns auf die alltäglichen und grossen Tagesarbeiten zu konzentrieren.

Das heisst, wir nehmen uns gewisse Dinge vor, aber weil unsere Pendenzen-Liste bereits riesig ist, geraten unsere neuen Vorhaben nach wenigen Tagen, Wochen oder Monaten ein wenig in Vergessenheit.

Auch mir passiert dies immer wieder mal und ich muss mir wieder aufschreiben, dass ich ab dem nächsten Tag wieder ein bestimmtes Ziel verfolgen will, welches ich mir eigentlich vor einigen Monaten gesetzt hatte.

Gerade SchülerInnen müssen sich auch auf unsere Beständigkeit verlassen können. Wenn wir unsere Regeln und Normen nicht nur weiterentwickeln sondern uns auch langfristig verankern wollen, müssen wir sie anfangs bewusst und ausdauernd einüben.

Die Wirksamkeit von Werkzeugen für ein gutes Klassenklima kann nur funktionieren, wenn wir unsere Ziele tatsächlich so umsetzen, wie wir sie uns vorgenommen haben und nicht nach kurzer Zeit wieder zum Teil vergessen.

 


 

„Gutta cavat lapidem.“

Steter Tropfen höhlt den Stein.

Ovid (43 v. Chr. – 17 n. Chr.) Publius Ovidius Naso, römischer Epiker


 

Nun werden die vorangegangenen sechs Schritte dieser Serie nochmals mit Kontrollfragen zu deiner Ausdauer aufgegriffen.

Folgend nach jedem Abschnitt ist nochmals der jeweilige Blogbeitrag zum nachlesen verlinkt, wenn man nochmals vertiefter in das Thema eintauchen will.

 

1 – Sinnstiftende Unterrichtsregeln

Sind deine Regeln A) Ziel- und Lösungsorientiert B) positiv formuliert und C) übersichtlich, sprich nicht mehr als z.B. fünf Regeln?

z.B. „Wir hören zu, wenn jemand spricht, um Respekt zu zeigen.“ (= zielorientiert) anstatt „Wir schwatzen nicht… , weil es respektlos ist.“ (= problemorientiert)

Wenn ja – Super! Wenn nein – überarbeite deine Regeln und besprich sie nochmals mit der Klasse in der kommenden Lektion, um deine Erwartungen transparent zu machen.

(Link zum Blogartikel “Sinnvolle Regeln”)

2 – Konsequenz² & Pingeligkeit

Bist du bei Unterrichtsstörungen nur der Hund, der ständig bellt aber nicht beisst? Oder bist du ein Adler, der nicht lange diskutiert und nach einer ersten Verwarnung sofort zugreift und konsequent wird?

Mahnst du ständig nur mündlich oder kommst du sofort in die Umsetzung und wirst ULTRA-konsequent?

Dokumentierst du alles und informierst du die Eltern regelmässig, auch nur mit kurzen Mails oder 3min.-Telefonaten über ihr Kind, damit diese deinen Rücken stärken können?

Machst du deinen SchülerInnen transparent, dass deine Dokumentation über ihr „negatives Verhalten“ in ihr Zeugnis einfliessen wird?

Wenn ja – Weiter so! Wenn nein – Überdenke deine Grenzen bei Unterrichtsstörungen nochmals, wann du wirklich aktiv wirst und SchülerInnen “in die Mangel nimmst” und Konsequenzen spüren lässt.

(Bitte keine Strafarbeiten, denn das ist nur ein Teufelskreis. Aber ruhig mal nachsitzen lassen und z.B. die Hausaufgaben in der Zeit erledigen lassen oder sonst die Zeit sinnvoll einsetzen lassen…)

Wenn du immer nur redest, gewöhnen sich deine SchülerInnen daran, dass bei dir schlussendlich sowieso nichts passieren wird und stören weiter…

Welche Schritte als „wirksame“ Konsequenz eingeordnet werden können, kannst du im Artikel nachlesen:

(Link zum Blogartikel “Wie man wirklich konsequent wird”)

3 – Regelmässiges Lob & Wertschätzung

Sprichst du regelmässig Lob und Komplimente aus (auch nur für Kleinigkeiten), oder sind nur Mahnungen dein Alltag?

Erkennst du, wenn SchülerInnen auch nur kleine, positive Dinge im Alltag tun, wie MitschülerInnen zu helfen, eine Lösung zur Aufgabe gefunden zu haben, sich mal 5min. konzentriert zu haben etc.?

Gibst du kleine aber wirksame Komplimente für positives Verhalten, das uns selbstverständlich erscheint, aber eigentlich gar nicht selbstverständlich ist?

Schreibst du diese positive Verhalten regelmässig auf und machst es SchülerInnen sowie Eltern transparent, mit kurzen Mails etc.?

Wenn ja – Grandios! Wenn nein – richte dir mit Excel oder GoogleSheets ein simples System ein, in dem du dir ein Mal pro Woche kleine aber kurze Komplimente machst, diese per Copy+Paste schnell für mehrere SchülerInnen eingibst und den Eltern als Mail schickst.

Wenn du deine SchülerInnen regelmässig lobst, schüttet ihr Gehirn Glückshormone wie Serotonin und Dopamin aus, welches sie motivieren wird, vermehrt positives Verhalten zu zeigen. Wir Menschen brauchen alle diese Hormone, vor allem in Umgebungen, in denen Stress-Niveaus sehr hoch sein können, wie z.B. in der Schule… auch Lehrpersonen brauchen dies alltäglich durch KollegInnen & Schulleitung!

(Link zum Blogartikel “Lob gezielt einsetzen”)

4 – Beziehung zu den SchülerInnen aufbauen = Schlüsselelement!

Sprichst du mit deinen SchülerInnen nur über den Schulstoff oder hat es in deinem Unterricht auch mal Platz für persönliche Gespräche?

Hast du mit deinen SchülerInnen regelmässig Gespräche über ihr persönliches Leben, oder sagst du ihnen ständig nur, wie wichtig die Schule ist?

Kennst du die Interessen, Hobbys, Bedürfnisse und persönlichen Probleme deiner SchülerInnen, oder erinnerst du dich nur an ihr Verhalten im Unterricht?

Wenn du Beziehungen pflegst – Hut ab! Wenn du noch zu wenig über deine SchülerInnen weisst, musst du dringend anfangen, deinen SchülerInnen besser kennenzulernen und mit einzelnen ab und zu ins Gespräch kommen, ob in der Lektion oder in der Pause.

Wenn SchülerInnen spüren, dass du dich für ihr Leben interessierst und nicht nur für ihr Zeugnis, werden sie dich viel mehr respektieren, dir mehr vertrauen und damit automatisch besser im Unterricht folgen, weil du für sie ein Vorbild darstellen wirst, das sich nicht nur um Noten, sondern um das individuelle Bedürfnis von Menschen kümmert.

(Link zum Blogartikel “Beziehung als Schlüsselfaktor”)

 

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5 – Eltern als deine Partner einsetzen (& nicht als Gegner)

Weisst du eigentlich wieviel Einfluss die Eltern wirklich haben?

Weisst du, welche Rolle Eltern für dein Unterrichtsklima spielen?

Bist du dir bewusst, wie viel die Eltern von der Schule mitbekommen oder eben selten etwas davon hören?

Wie viel Wirkung hat ein Feedback an Störverhalten, wenn es den SchülerInnen nur mündlich gesagt wird oder auch den Eltern weitergeleitet wird?

Wenn du deine Notizen über ein Kind den Eltern regelmässig (und zeiteffizient) weiterleitest – Bravo! Wenn die Eltern diese Infos nicht regelmässig erhalten, solltest du dringend eine Email-Liste der Eltern zusammenstellen, oder dich ab und zu kurz telefonisch bei den Eltern melden.

(Persönlich bevorzuge ich Mail als Alltags-Werkzeug, weil Schriftlichkeit langfristiger wirkt und Emails gleichzeitig an mehrere Eltern innert Sekunden verschickt werden können. Telefonate geschehen bei mir erst, wenns richtig ernst wird…)

(Link zum Blogartikel “Eltern richtig ins Boot holen”)

 

6 – In Konflikten cool bleiben & klar distanzieren

Nimmst du Unterrichtsstörungen als persönlichen Angriff wahr, oder siehst du es einfach als sachlichen Teil des Schulalltags und deines Berufsauftrags, um welche du dich einfach mit den logisch folgenden Konsequenzen kümmerst, ohne mit der Wimper zu zucken?

Stören SchülerInnen, weil sie ein persönliches Problem mit dir haben (weil du es zu etwas Persönlichem gemacht hast), oder stören sie aus anderen Gründen, von denen du noch nichts weisst…?

Woher kommt das Verhalten von SchülerInnen? Falls sie zu Hause zu wenig Unterstützung erhalten, wie kannst du ihnen als erwachsener Mensch Halt geben?

Musst du wirklich alles ausbaden, was möglicherweise Eltern bisher in der Erziehung ihrer Kinder versäumt haben? Wo sind die Grenzen deines Berufsauftrags…?

Wenn du Unterrichtsstörungen sachlich betrachtest und eiskalt Konsequenzen ziehst – Good job! Wenn du dich aus der Ruhe bringen lässt und regelmässig „empört“ bist – Setze das Verhalten der SchülerInnen in eine andere Perspektive, um zu verstehen, dass sie wenig für ihr Verhalten “schuld” sind, sondern verschiedene Einflussfaktoren vorhanden sind, die gar nichts mit dir zu tun haben.

Nichtsdestotrotz du musst sie logischerweise deine Grenzen spüren lassen, schliesslich tust du ihnen für ihre Zukunft einen Gefallen, auch wenn sie kurzfristig sauer sein werden, wenn du.

Und sehr wichtig: Es darf nie um ein Machtspiel gehen, sondern du musst als erwachsenes Vorbild felsenfest in deinen Entscheidungen von Konsequenzen stehen und so nur Stärke zeigen, anstatt in einen Kampf zu geraten.

(Link zum Blogartikel “Cool bleiben & distanzieren”)

 

Wie du besser in die Umsetzung kommen kannst

Wenn wir Menschen uns mit persönlichen Anliegen auseinandersetzen, kann uns das Verschriftlichen von Zielen sowie nächsten Schritten viel weiter bringen, als wenn wir nur darüber nachdenken. Dies hat verschiedene Gründe.

Der erste Grund ist, dass wir durch schriftliche Formulierung uns selber dazu zwingen müssen herauszukristallisieren, was unser Kernanliegen ist und nicht zu viele Gedanken „wirr“ im Kopf herumfliegen.

Zweitens können wir unsere Gedanken irgendwo “ablegen” und müssen uns nicht mehr so den Kopf zerbrechen, weil wir später zu den Anliegen und Fragen zurückkommen können, da sie nun dokumentiert sind.

Drittens kann man das Aufschreiben von Ziele bewusst lösungsorientiert und nicht problemorientiert zu formulieren. Anstatt nur darüber nachzudenken, was alles Probleme verursacht, zwingen wir uns selber durch das aufschreiben von Zielen, mögliche Lösungen festzulegen und einen Schritt weiterzukommen.

Viertens kannst du am nächsten Unterrichtsmorgen kurz deine Notizen anschauen und erinnerst dich wieder, was dein Plan für den kommenden Tag ist!

Schriftlichkeit wirkt langfristig – Mündlichkeit oder Gedanken nur kurzfristig. Warte also nicht zu lange und fange an, deine Ziele aufzuschreiben!

 


 

… Solltest du alle sechs Bausteine des Klassenklima wirklich konsequent und beständig befolgt haben, alle Artikel gelesen und umgesetzt haben, aber immer noch SchülerInnen oder Situationen hast, bei denen du nicht mehr weiterkommst, wird es Zeit, dass du dir zusätzliche Hilfe holst.

 


 

Lösungen für Extremfälle

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Kurz vorab eine Bemerkung – das Wort „Extremfall“ habe ich nicht nur gewählt, damit wir externe Hilfe holen, wenn Situationen „extrem“ werden, sondern auch genauso um vorzubeugen, dass einzelne Situationen zu Extremfällen werden.

Dies soll der allerletzte Teil für ein positives Klassenklima darstellen für Situationen, in denen du als Lehrperson wirklich nicht mehr weiter weisst, weil du an persönliche Grenzen stösst, oder weil du vielleicht einzelne SchülerInnen hast, welche wirklich “schwierige Fälle” sind.

Je nachdem brauchst entweder du selber als Lehrperson Hilfe, oder die Schülerin/der Schüler sowie dessen Eltern brauchen externe Unterstützung.

Persönlich habe ich auch schon Hilfe geholt, worauf ich später kurz eingehen werde.

Ich spreche hier von Situationen, in welcher es für die einzelne Lehrperson nicht mehr tragbar wird, weil man schon sehr vieles und über lange Zeit probiert hat. Und schliesslich wollen wir verhindern, dass Lehrpersonen ein Burnout erleben, weil einem irgendwann die Energie ausgeht…

Folgende Personen oder Instanzen muss man sich als Lehrperson zur Unterstützung holen, wenn man es nicht mehr alleine schafft (und etwa in dieser Reihenfolge):

 

Unterstützung für deine SchülerInnen und dessen Eltern  

  1. KollegInnen aus dem eigenen Lehrerteam
  2. Schulleitung
  3. Schulpflege
  4. Schulsozialarbeit
  5. Schulpsychologische Fachstellen (Abklärung von SchülerInnen veranlassen)
  6. Behörden für Kinder- und Erwachsenenschutz

 

Unterstützung für deine Gesundheit als Lehrperson

  1. Beratungsangebote von Lehrer-Ausbildungsstätten (meist kostenlos oder günstig)
  2. Kolleginnen und Kollegen aus dem Lehrerteam
  3. Schulleitung
  4. Freunde aus dem Studium, die nun auch im Beruf sind
  5. Coaching oder Mentoring-Angebote von Experten (kostenpflichtig)

 

Ich selber habe zurzeit auch einen Coach

Persönlich habe ich selber aktuell das Angebot der Pädagogischen Hochschule in Zürich wahrgenommen, bei dem man nach Studienabschluss ein Coaching-Angebot durch eine ehemalige Lehrperson kostenlos während den ersten rund 10-15 Einzelstunden erhält.

Aus einer stressigen Zeit resultierend vor einem Jahr habe ich mich angemeldet. Nachdem ich mich wieder vom Stress erholt hatte, meldete ich mich an, um weitere „Stress-Peaks“ in Zukunft vorzubeugen.

Inzwischen habe ich einige Sessionen mit meinem Coach gehabt. Sie war 40 Jahre lang Lehrerin auf der gleichen Schulstufe wie ich, und hat mir mit ihrer Erfahrung in vielen Fragen weiterhelfen können.

Wir Lehrpersonen müssen nicht das Gefühl haben, alles alleine in diesem Beruf schaffen zu müssen!

Lieber mal zugestehen, dass man nicht auf alles eine Antwort haben kann und die Menschen mit mehr Erfahrung und Kompetenzen zu Rat bitten. An dieser Stelle einen herzlichen Gruss an meinen Coach, falls sie diesen Artikel liest! 😉

 


 

Der Teamgeist ist heut‘ hoch gefragt, 
weil man im Team sich leichter plagt; 
doch die Gemeinschaft hält nicht lang‘, 
wenn man nicht zieht am selben Strang.

Oskar Stock (*1946), deutscher Schriftsteller und Aphoristiker

 


 

Beispiele für Unterstützungs-Fachstellen für Lehrpersonen

Dies sind nur Beispiele von kostenlosen oder günstigen Angeboten, die sich sehr lohnen können, wenn man die Hilfe auch tatsächlich in Anspruch nimmt.

Ähnliche Angebote gibt es in allen Bundesländern/Kantonen etc., alle zu finden über Google und co. Am besten die Telefonnummer heraussuchen und sofort einen ersten Termin vereinbaren:

Schweiz – Bsp. Zürich

https://phzh.ch/de/Dienstleistungen/Beratung/Coaching_und_Supervision/

Deutschland – Bsp. Bayern

https://www.schulberatung.bayern.de/schulberatung/bayern/ansprechpartner/

Österreich – Bsp. Wien

https://lehrerinnenbildung.univie.ac.at/weiterbildung/supervision-fuer-junglehrerinnen/

 

Falls du dich aber selber immer noch beruflich ausgeglichen fühlst und mehr den Eindruck hast, dass nicht du selber sondern eine/r deine/r SchülerInnen zusätzliche Unterstützung braucht, habe ich folgend ein kleines Beispiel:

 

Bsp.: Einer unserer Schüler wurde letztens psychologisch abgeklärt

Vor einigen Monaten liessen wir als Lehrerteam an unserer Schule einen Schüler bei der Schulpsychologie abklären, sprich er geht nun über mehrere Wochen zur Fachstelle, und es hat sich bisher ergeben, dass dieser Schüler verschiedene “Verhaltensstörungen” aufweist, dies aus verschiedenen Gründen.

Einerseits ist dies eine sehr traurige Feststellung, andererseits hat es mir als Lehrperson geholfen, die richtige Perspektive einzunehmen und den Jungen nicht für sein Verhalten zu 100% verantwortlich zu machen.

Inzwischen kann ich seine Situation besser verstehen und im Unterricht kann ich besser mit seinem Verhalten umgehen, resp. ich kann die Aufgaben auf seine Möglichkeiten anpassen und reduzieren, damit er trotzdem etwas im Fach lernen kann, auch wenn es nicht „der Standard“ ist.

Diese externe Hilfe durch die Schulpsychologie kann uns Lehrpersonen sehr entlasten, weil dann SchülerInnen z.B. durch einzelne Noten befreit werden im Zeugnis und stattdessen durch Heilpädagogen Lernberichte geschrieben werden.

So kann sich die Situation stark entspannen, weil die Erwartungen an solche SchülerInnen nicht mehr so hoch sind, dass sie alle Beteiligten überfordert.

Bei diesen Fachstellen kann man sich auch nur mal zuerst telefonisch anmelden und die Situation erklären. Die Fachpersonen können auch am Telefon eine erste Einschätzung geben.

Welche Fachstelle für deine Schule verantwortlich ist, kannst du bei deinen KollegInnen, der Schulleitung und der örtlichen Schulsozialarbeit erfahren.

 


 

und zum Schluss…

 

5min.-Challenge für dich

Nun sind wir am Ende und du musst dich fragen, ob du

A) zuerst noch an den einzelnen Klassenklima-Schritten arbeiten musst und dir die Ziele neu aufschreibst

B) zusätzliche Unterstützung für einzelne SchülerInnen und Eltern holen musst oder

C) zusätzliche Unterstützung für deine eigene Gesundheit holen willst, damit du langfristig eine gesunde und zufriedene Lehrperson werden kannst.

Du musst also aktiv werden und einen nächsten Schritt in Angriff nehmen.

So, ich hoffe sehr, dass du dein Klassenklima bald in deinem gewünschten Zustand erreichst, damit du deinen Lehrberuf in vollen Zügen ausleben und geniessen kannst.

Viel Erfolg und haltet Sorge zu euch!

Euer Davide

 


 

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Photo Credit:

https://www.pexels.com/photo/asphalt-clouds-endurance-grass-421160/ 

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